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Schadstoffe


Oft auftretende Schadstoffe

Gesundheit und Wohlbefinden sind untrennbar miteinander verbunden. Ob wir uns in einem bestimmten Raum wohlfühlen, hängt von vielen Einflüssen ab: Licht, Lärm, Geruch, Raumklima, Schadstoffen, Farben, Wohnfläche und Einrichtung. Einwandfreies Raumklima und gute Raumluft wirken sich erwiesenermaßen positiv auf die menschliche Befindlichkeit aus.

Schlechte Raumluft beeinträchtigt unser Wohlbefinden und kann im Einzelfall zu dauerhaften Gesundheitsschäden führen. Die Reaktion auf Schadstoffe ist individuell stark verschieden. Manche Menschen haben eine Spürnase und sind daher sehr sensibel auf Gerüche. Andere reagieren empfindlich, wenn sie mit ganz bestimmten Chemikalien in Berührung kommen.

Die Vermeidung von Schadstoffen in Innenräumen ist deshalb besonders wichtig, da der Mensch mehr als 90% seiner Lebenszeit in Innenräumen verbringt. Im Gegensatz zur Außenluft kann die Wohnumwelt maßgeblich selbst bestimmt und beeinflusst werden.


Schadstoffe in Innenräumen, deren Quellen und Wirkungen

Schimmelpilze - Befall oft nicht sichtbar!
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Zu hohe, oft mit der Haut nicht fühlbare Feuchtigkeit im Außenwandbereich (Putz, Tapeten, Anstriche, Silikondichtungen) teilweise verdeckt hinter Tapete / Holzverschalung oder abgehängter Decke. Typischer Befall ist oft nicht sichtbar. Schwarze Flecken treten nur unter bestimmten Bedingungen auf.

Ursachen: Oft schlechte Isolierung, Baumängel, Wasserschäden, verschlossene Entlüftungen von Dunkelbädern; gelegentlich mangelhafte Lüftung oder Beheizung.
Gefühl nach "trockener Luft", Atembeschwerden, Schnupfen, Halskratzen, Hustenreiz, Bronchitis, Allergien, Neurodermitis, Nebenhöhlenentzündungen. Symptome auch bei Nicht-Allergikern möglich. Einige Pilzarten sind krankheitserregend und lösen bei empfindlichen Personen z.B. Lungenentzündung aus.

Formaldehyd
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Pressspanplatten, Sperrholz, Fertigparkett, Ortschäume, Möbel und Fertigteilhäuser vor allem aus den 70er Jahren; SH-Lacke, pflegeleichte Textilien, Tabakrauch. Sehr bekannter Innenraumschadstoff, dank Veränderungen in der Produktion Problematik rückläufig. Meist keine Geruchsbelästigung! Reizungen der Augen und oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Erkältungen, Depressionen, Schlafstörungen, Allergien, Mattigkeitsgefühle, Verdacht auf krebserzeugendes Potential! Im Tierversuch fruchtschädigend.

Pestizide - "Holzschutzmittel" - "Schädlingsbekämpfungsmittel"
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Anstriche von Massivhölzern im Innenraum, Lederimprägnierung, Teppichböden, Latex, Mottenstreifen Schädlingsbekämpfung, Insektensprays, Elektroverdampfer z.B. Lindan, PCP, Dichlofluanid, Permethrin, Chlorpyrifos. PCP enthält herstellungsbedingt Dioxine und Furane, seit 1990 in Deutschland verboten. Mattigkeit, Lustlosigkeit, Allergien, Schädigung des Immunsystems, Störungen der Nieren- und Leberfunktion, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Unruhe, PCP wurde als eindeutig krebserregend eingestuft.

Flüchtige organische Verbindungen - "Lösemittel"
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Kleber, Lacke, Farben, Anstriche, Möbel, Bodenbeläge, Reinigungsmittel, Farbstifte, Abbeizmittel. Ausgasung in den ersten Tagen bis Wochen am stärksten, im Schadensfall erheblich länger! Kopfschmerz, Unwohlsein, Schlafstörungen, Übelkeit, z.T. Geruchsbelästigung, trockene oder gereizte Schleimhäute, in hoher Dosis narkotisierend.

Glykole - "Wasserlacke" - "lösemittelfrei"
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Wasserlösliche Lösemittel in Klebern, Lacken, Versiegelungen, Beschichtungen, Frostschutzmitteln, Lösemitteln in Pharmazeutika und Nahrungsmitteln. Glykolverbindungen sind häufig in Wasserlacken und-Klebern enthalten, verdunsten langsamer als konv. Lösemittel und können zu einer länger anhaltenden Belastung führen. Bei Anwendung Hautkontakt vermeiden. Kopfschmerz, trockene und gereizte Schleimhäute, Hautreizungen, Geruchsbelästigungen.

Asbest
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Dach- und Fassadenplatten "Eternit" bis ca. 1991, PVC- Bodenbeläge, Nachtspeicheröfen, Dichtungsschnüre an Öfen, Dichtungen und Klebemassen, Asbestpappe. Fliesenkitte bis Anfang der 80er Jahre. Mit den Augen nicht wahrnehmbarer Feinstaub, der in die Lungen dringt; Erhebliche Freisetzung bei Beschädigung/Umbau! Akute Schäden sehr selten. Spätschäden nach 20-60 Jahren: Fibrotische Lungenveränderungen bei sehr hohen Atemluftkonzentrationen, Lungenkrebs, bösartige Geschwülste am Bauch- und Rippenfell (Mesotheliom).

PCB - Polychlorierte Biphenyle
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Dauerelastische Dehnungsfugen vor 1978, Kondensatoren, Drosseln, Trafos, Lacke, Druckerzeugnisse, Weichmacher, techn. Öle. Schwer abbaubare Chlorkohlenwasserstoffe reichern sich im Körperfett an, enthalten Verunreinigungen wie Furane und polychlorierte Naphthaline. Chronische Symptome: erhöhte Infektanfälligkeit, Störung des Immunsystems, Fruchtschädigendes Potential, Verdacht auf krebserzeugendes Potential.

PAK - Polyaromatische Kohlenwasserstoffe
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Steinkohleteer (Teerestrich, Teerkleber, Teerpappe), Karbolineum, Bahnschwellen, Tabakrauch, Brände. Kritisch sind Produkte vor allem aus den 50er und 60er Jahren. Geruchsbelästigung (dumpf-muffig), einige PAK sind krebserzeugend. Alte Bahnschwellen nicht wiederverwenden (auch wegen PCP). Teerkleber enthalten häufig auch Asbest!

Weichmacher
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Zusatzstoff für PVC, Bestandteil von Wandfarben, Lacken, Klebstoffen, Kosmetika, Fußbodenbelägen, Vinyltapeten, Elektrokabeln, Türdichtungen, Kunstleder, Duschvorhängen, abwischbaren Tischdecken. Die am häufigsten eingesetzten Weichmacher sind DEHP und DBP. Weichmacher treten über lange Zeit aus. Weit verbreitet, aber wenig beachtet. DEHP wird von der amerikanischen Umweltbehörde EPA als wahrscheinliches Hautkarzinogen eingestuft. Bei DEHP und DBP Verdacht auf zentralnervöse Effekte, Störungen des Immunsystems und Fortpflanzungsstörungen.

Schwermetalle
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Farbpigmente, ältere Holzschutzmittel, Stabilisatoren für PVC, Batterien, Autoreifen, Dünger, Fehlbodenschüttungen, PVC-Bodenbeläge, Teppichboden. Vorsicht bei Renovierungen im Altbau! Abbeizen schwermetallhaltiger Farben kann zu Vergiftungen führen! Vielfältige akute und chronische Vergiftungssymptome, teilweise allergieauslösend, nervenschädigend.

Isocyanate
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Kunststoffe auf Polyurethanbasis, formaldehydfreie PU-Spanplatten, DD-Lacke, Bodenversiegelung auf PU-Basis, PU-Schäume. Bei Anwesenheit von Wasser (Luftfeuchte) entstehen krebserregende Diamine. Nesselsuchtartige Hautreizungen, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, hochgradig allergisierend. Bei hohen Konzentrationen (ungeschützte Verarbeitung): Asthma.

Magnetfelder, elektr. Felder - "Elektrosmog"
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Nahbereich (wenige Meter) von Elektrogeräten und Stromleitungen.
Niederfrequente Magnetfelder bauen sich bei Stromverbrauch auf; elektrische Felder existieren immer im Bereich von spannungsführenden Stromleitungen.
Hochfrequente Felder werden vorallem von DECT-Schnurlostelefonen ganztags abgestrahlt, aber auch im Nahbereich von Mobilfunk-Basisstationen.
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein. Hinweise auf Häufungen von Leukämie- und Hirntumorfällen bei exponierten Personen.

Ozon
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Kopiergeräte, Laserdrucker, UV-Lampen. Ozon entsteht durch elektrostatische Aufladung während des Kopier- oder Druckvorganges. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Einschränkung der Lungenfunktion Bei höheren Konzentrationen: Husten und Schleimhautreizungen.

Radon 222 Rn
mögliche Vorkommen
mögliche Symptome
Erdreich, Baustoffe (Bodenschüttungen, Granit, Fliesen, Ziegel). Natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, diffundiert durch Kellerwände oder aus älteren Baustoffen in den Wohnraum. Mit den Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Nach dem Rauchen häufigste Ursache für Krebs (Lungenkrebs).




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